
Bildungscampus – Stadt startet partizipativen Planungsprozess
Architekturbüro aus Hannover beauftragt
Die Stadt Laatzen reagiert vorausschauend auf steigende Schülerzahlen – nicht zuletzt bedingt durch geplante Wohnbebauprojekte wie etwa auf dem Hellux-Gelände – und startet mit der Entwicklung eines Bildungscampus am Erich Kästner-Schulzentrum ein bedeutendes Infrastrukturprojekt. Ziel ist es, die Grundschule an der Pestalozzistraße zu entlasten und zusätzliche Kapazitäten für eine weitere Grundschule zu schaffen.
Mit der Quartierskonzeptentwicklung „Kommunaler Bildungscampus“ hat die Stadt Laatzen nun das hannoversche Architekturbüro CITYFÖRSTER architecture+urbanism, das sich auf die Gestaltung von Schulneubauten und Campusflächen spezialisiert hat, beauftragt. In einem partizipativen Planungsprozesses, bestehend aus 15 Workshops, sollen alle relevanten Akteure – von der Verwaltung und den Schulen bis hin zu Politik, Gesellschaft und weiteren Institutionen – eingebunden werden.
„Mit dem Bildungscampus investieren wir nachhaltig in die Zukunft der Kinder und Jugendlichen. Deshalb ist es unverzichtbar, von Anfang an alle Beteiligten einzubinden, um gemeinsam ein tragfähiges und langfristiges Konzept zu entwickeln, das pädagogische und städtebauliche Anforderungen gleichermaßen berücksichtigt und den nachfolgenden Generationen die bestmöglichen Rahmenbedingungen bietet,“ betont Bürgermeister Kai Eggert.
Neben dem Beteiligungsverfahren, in dem verschiedene Entwurfsszenarien gemeinsam mit den relevanten Akteuren entwickelt und erörtert werden, umfasst die vertraglich vereinbarte Leistung auch eine umfassende Bestandsanalyse sowie ingenieurtechnische Untersuchungen darunter schalltechnische Bewertungen, eine Verkehrsanalyse und Vermessungsarbeiten. Ziel ist die Erstellung eines umsetzungsreifen Entwicklungskonzepts, das als Grundlage für die anschließende Ausführungsplanung dient. Dieses Entwicklungskonzept wird zudem Bestandteil des abschließenden Projektberichts sein.
Inhaltlich fließen vielfältige Überlegungen in den Planungsprozess ein. Die Fläche zwischen dem Erich Kästner-Schulzentrum und der Marktstraße zieht das Architekturbüro ergebnisoffen in die Planungen mit ein, unter anderem mit Blick auf eine Multifunktionsfläche mit Hartgummiplatz und Begrünung, PKW-Stellplätze, Unterrichtsräume und einer möglichen Kindertagesstätte. Dachflächen könnten künftig als zusätzliche Pausenflächen oder als Schulgärten genutzt werden. Hingegen ist der Neubau der dritten Grundschule für Laatzen-Mitte, einer Dreifeldsporthalle sowie eines neuen Sportplatzes bereits fest eingeplant. Auch die Weiterentwicklung der Grundschule an der Pestalozzistraße ist mitberücksichtigt – als sogenannte ‚atmende Grundschule‘ soll sie flexibel auf schwankende Schülerzahlen reagieren können.
Während einige bauliche Elemente bereits gesetzt sind, entsteht das Gesamtkonzept im weiteren Verlauf des Prozesses gemeinschaftlich. Ziel ist es, durch den intensiven Austausch Synergien zu erkennen und zu nutzen – etwa durch Mehrfachnutzungen und kluge Verknüpfungen innerhalb der Infrastruktur.
„Mit dem Bildungs-Campus entsteht in Laatzen ein zukunftsorientierter Ort des Lernens – und gleichzeitig ein wichtiger Beitrag zur Weiterentwicklung der Laatzener Innenstadt,“ so Oliver Seidel, Architekt, Stadtplaner und Gründungspartner von CITYFÖRSTER.
Die Gesamtkosten für das Vorhaben liegen bei rund 258.000 Euro brutto. Der gesamte Planungsprozess wird voraussichtlich etwa ein Jahr in Anspruch nehmen. Als Ergebnis soll ein abgestimmtes und tragfähiges Konzept vorliegen, das die Grundlage für die langfristige bauliche Umsetzung und weitere Stadtplanung bildet.